 Mario Argresta motiviert Rüde "Bobby" zum Überqueren der Leiter. (WR-Bild: hb) Attendorn. (hb) 35 Vierbeiner mit Spezialausbildung und 50 Hundeführer aus ganz Nordrhein-Westfalen gaben sich am Wochenende in Attendorn ein Stelldichein. Auf Einladung der Rettungshundestaffel Südwestfalen nahmen sie an einer Großübung teil. Dank der guten Beziehungen der 2. Staffel-Vorsitzenden Inge Wortmann, die die gesamte Übung koordinierte, zu Waldbesitzer Walter Viegener stand den vier- und zwei beinigen Rettern ein rund 100 Hektar großes Übungsterrain zur Verfügung. "Die Familie Viegener ist immer offen, wenn es um Hilfe anderer Menschen geht; deswegen war es für mich klar, dass ich das Gebiet zur Verfügung stelle", betonte Viegener, selbst Besitzer eines Jagdhundes. Für die verschiedenen Einsatzgruppen wurden sechs Stationen aufgebaut, an denen nicht nur die Hunde ihr Können unter Beweis stellen mussten: So hatte das Technische Hilfswerk Lennestadt ein Stahlseil über eine fünf Meter hohe Schlucht gespannt, die es von Mensch und Tier zu überqueren galt. "Manche Hunde reagieren sehr ängstlich wenn sie am Seil hängen, aber wichtig ist, dass bei solchen Übungen das Vertrauen zwischen Hund und Führer gestärkt wird", erklärte Mario Argresta, stellvertretender Ausbildungswart. Auf dem Programm standen auch "einsatzrelevante" Übungen. Bei unseren Ernstfällen haben wir es oft mit verwirrten Personen zu tun, die im Wald umher irren. Deswegen stellen wir hier ähnliche Situationen", erläuterte Mario Argresta, als ein Hund durch lautes Bellen kundtat, dass er eine "Verletzte" entdeckt hatte. Eine weitere Aufgabe für die Hunde war es, zwei Leitern zu überqueren, die die Feuerwehr Attendorn aufgestellt hatte. Was für die Hunde aufgrund der Koordination der Hinterbeine sehr schwierig ist, kann im Ernstfall, wenn die Vierbeiner zum Beispiel in Trümmern suchen müssen, lebensrettend sein. Bei der Station "gezieltes Schicken" mussten die Hunde teilweise ohne Blickkontakt nur auf Zuruf des Führers bestimmte Strecken ablaufen. Das Rote Kreuz Attendorn unterrichtete die Hundeführer in den neusten Erkenntnissen der Herzwiederbelebung beim Menschen. Wie interessant und gleichzeitig schwierig die Arbeit mit dem "besten Freund des Menschen"ist, erzählte Mario Argresta. "Wichtig ist, dass der Hund nicht den Spaß verliert, sonst funktioniert gar nichts. Der Hund läuft ja nicht einfach so in den Wald, sondern er erwartet dort Spielzeug oder Leckerlis. Vom Mensch erfordert so eine Arbeit sehr viel Geduld, denn bis ein Vierbeiner beispielsweise die Reihenfolge Suchen-Finden-Bellen verinnerlicht hat, kann es schon mal mehrere Jahre dauern." Besonders geeignete Rassen für die Rettungsaufgaben gibt es übrigens nicht. Argresta: "Im Prinzip kann jeder Hund ein Retter werden, aber natürlich ist ein kleiner Hund nicht unbedingt für die Arbeit im hohen Gras geeignet." So arbeitet André Münchow, Vorsitzender der Rettungshundestaffel Südwestfalen, mit zwei Pudeln, die mit vollem Elan bei der Sache sind. Zum Glück mussten die meisten Vierbeiner ihr Können noch nicht im Ernstfall unter Beweis stellen, denn in den acht Monaten, in denen die Hundestaffel Südwestfalen nun einsatzfähig ist, musste nur dreimal ausgerückt werden. Weil die Vermissten Menschen aber zuvor gefunden wurden, konnten die Hunde ihre beeindruckenden Fähigkeiten nicht unter Beweis stellen. |