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Freitag, 20. Januar 2006

Rettungshunde Südwestfalen probt Einsatz / Bald gibt es die Alarmierungsnummer

nik. Siegen. Das hätte sich Raterohündin Inca sicher auch nicht träumen lassen: Vor Jahren fand ihr heutiges „Frauchen“ Annette Denker-Blach sie in einer Mülltonne auf Mallorca – und heute ist die Vierbeiner-Dame eine geprüfte Rettungshündin. Annette Denker-Blach ist die 1. Vorsitzende und Ausbildungswartin der Rettungshundestaffel Südwestfalen im Bundesverband.

In der kommenden Woche bekommt die Staffel von Landrat Paul Breuer und den Leitern der Polizei des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr ihre Alarmierungsnummer überreicht und ist damit offiziell im Amt. Zuvor probten Annette Denker-Blach und ihre 13 Team-Kollegen im Berufsbildungszentrum (bbz) der Industrie- und Handelskammer Siegen ein weiteres Mal den Ernstfall. Von den elf Hunden in der Staffel sind sechs Hunde bereits geprüft. Haben ihre Prüfung also schon hinter sich.

Sie haben gelernt, dass sie im Ernstfall jeden Menschen anzeigen müssen- sei es bei der Flächen- oder bei der Trümmersuche. Bei der Flächensuche wird im freien Gelände, beispielsweise im Wald, nach vermissten Menschen „gefahndet“. Der Hund wird zunächst in den Wind gebracht, um Witterung aufzunehmen. Auf den Befehl „such und hilf“ hin beginnt sein Einsatz.

Im Training wird er vom „Opfer“ nach erfolgreicher Suche mit seinem Lieblingsspielzeug oder einer Leckerei verwöhnt: Motivation ist bekanntlich alles. Hund und Hundeführer bilden ein enges Team im Einsatz mit dabei ist auch der Suchgruppenhelfer. Gerätearbeit und Geschicklichkeit, Suchaufgaben und Lenkarbeit ( den Hund aus der Ferne per Ruf und Handzeichen „steuern“, ähnlich wie ein Schäfer es tut) sind ebenso Teil der Ausbildung wie ein BOS-Funklehrgang. Geländeorientierung und Erste Hilfe für „Frauchen“ oder „Herrchen“.

Zum Rettungshund eignen sich laut Annette Denker-Blach eigentlich Angehöriger jeder Rasse, nur sollte der Jagdtrieb aus nahe liegenden Gründen nicht zu ausgeprägt sein. Tatsächlich ist die Mitsuchung in ihrer Truppe eine bunte: Da gibt es den großen, schlanken Hovawartrüden „Bishop“, die Labrador-Pointer-Mischlingshündin „Balisa“, den Elo-Rüden „Ole“, und nicht zu vergessen Pudel-Rüde „Luigi“, der mit Abstand die ausgefallenste Frisur von allen hat. Die Ausbildung beginnt am besten im Welpenalter.

Bei der Übung im bbz ist die Geräuschkulisse beeindruckend. Die Hunde sind eifrig und meistern die Suchaufgaben gut. So dauert es nicht lange, bis „Inca“ aufgeregt bellt: Sie hat das „Opfer“ gefunden und weicht ihm nicht mehr von der Seite, bis Annette Denker-Blach neben ihr auftaucht. Die Such-Übung im bbz – schon die zweite hier vor Ort – ist für die Staffel auch deshalb besonders günstig, weil hier viel Ablenkung und konstruktiver Stress herrschen: andere Gerüche und fremde Personen. Darunter auch eine ängstliche Putzfrau, die auch von den „Guthunden“ der Rettungsstaffel auf keinen Fall gefunden werden möchte.

 
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